„Mix-Scenes“ – Der Reiz des Unvorhersehbaren 

Was hat die falsche Verkabelung eines Mischpults mit der Störung einer „Silent Reading Party“ durch eine Analphabeten-Demo zu tun? Dass das Spiel mit dem Unvorhersehbaren in beeindruckende künstlerische Resultate münden kann, zeigten Schülerinnen und Schüler u.a. des Leistungsfachs Musik sowie des Wahlfachs Literatur & Theater in einem kurzweiligen Kulturabend unter dem Motto „Mix-Scenes“ am 13.3.2026 im Großen Pavillon des Solitude-Gymnasiums.  

Der Mix aus Theater und Musik begann mit einer Improvisation der Klasse 8c mit Popmusik-Schnipseln, die sich auf witzige Weise gegenseitig kommentierten. Gespannt folgte das Publikum auch der Lesung des Literatur- und Theaterkurses, die Antigone und Kreon in ihren Texten aus dem antiken Griechenland in den grausamen Wilden Westen versetzten oder Romeo und Julia zu Cyborgs mutieren ließen. 

Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildete die Komposition „tüff – tüff – Sturm der Gefühle“ des Leistungsfachs Musik. In einer mehrwöchigen Arbeitsphase hatten die Musikerinnen sich mit dem zu einem No-Input-Mixer umfunktionierten Mischpult bekannt gemacht und – betreut von dem Frankfurter Komponisten Hannes Seidl und ihrem Musiklehrer Herrn Wankmüller – eine eigene Komposition für dieses durchaus eigenwillig und unvorhersehbar agierende Instrument entwickelt. Zu hören war eine herrlich farbenreiche, vielfältige Klangwelt, die sich auf faszinierende Weise mit dem Klang der live gespielten Bratsche und des E-Basses mischte. 

Eine stillere Art des Kunstgenusses erhofften sich drei begeisterte Leserinnen von einer „Silent Reading Party“, gespielt vom Literatur- und Theaterkurs. Aber was tun, wenn plötzlich lautstarke Analphabeten hereinstürmen, ausgerüstet mit schwarzen Notenpult-Demoschildern? Glücklicherweise ließen sich die drei Herren von den charmanten Leserinnen leicht um die Finger wickeln, sodass die übrig gebliebenen Partygängerinnen doch noch auf ihre Kosten kamen und sich wieder stillvergnügt Eichendorff & Co. widmen konnten.

Dankbar und erleichtert konnte man sich nun von zuvorkommenden Kursstufenschülerinnen Cocktails in die Hand drücken und den Abend gemütlich ausklingen lassen. 

Bleibt nur die Frage: Was bedeutet „tüff – tüff“? 

Vol/ Fotos: Ko