Fußball schauen in der Schule?

Tatsächlich! Am Donnerstag, 02.07.26 erlebten die Relischüler (evangelisch und katholisch) der Jahrgangsstufe 7 einen abwechslungsreichen „Fußballnachmittag“. Auch wenn sich die Deutschen schon aus der WM geschossen hatten, gab’s einen kurzen Clip von einem Spiel von 1860 München, bei dem Manuel Bühler, der Referent des Nachmittags, selbst als Profifußballer mitspielte. Bis sein Karriereknick kam. Und darum ging es in diesen beiden Relistunden auch: Fußball, Erfolg, Träume, Geld, Karriere und Niederlagen – und wie man mit all dem zurechtkommt. 

Wie geht man mit Leistungsdruck um? Worin liegt mein Wert, wenn ich die Erwartungen anderer leider nicht erfülle? Wofür lohnt es sich zu leben? Und vor allem: welche Rolle spielt Gott dabei?

Manuel Bühler erzählte davon, wie er durch seinen Erfolg plötzlich bewundert, verehrt und wertgeschätzt wurde – während er teils von den gleichen Leuten in der 5. Klasse ständig gehänselt, beschimpft und ausgeschlossen worden war. Aber durch seine 10 Tore bei einem Vereinsspiel hatte er sich plötzlich Anerkennung und Wertschätzung verdient. Wer hat nicht diesen Traum, endlich mal allen andern zeigen zu können, wie toll man wirklich ist, und bewundert und verehrt zu werden? So sprach Manuel Bühler eine Sehnsucht an, die auch alle Zuhörer gut verstanden, weil sie zutiefst menschlich ist. Und er beschrieb, wie er auf Leistung konditioniert wurde: „Wenn du gut spielst und performst, bekommst du Wert und Anerkennung. Dann feiern dich die andern. Dann kannst du dir deinen Verein aussuchen!“ Und: mit steigendem Erfolg kommt natürlich auch das Geld und man kann sich kaufen, was man gerade so will.

Schon damals stellte er sich die Frage, ob es denn auch eine Annahme und Anerkennung ohne Leistung gibt? Eine Annahme vor der Leistung, unabhängig von Leistung, oder ob man sich das immer wieder neu verdienen muss?

Fußballspielen im Schulgebäude? 

Auch das war möglich – 2 Schüler durften ihr Jonglier-Können zeigen. Während sie unter ermutigender Anfeuerung teils richtig gut performten (Zaen kam auf 31 Mal!), waren beide unter entmutigenden Buhrufen sofort am Ende. Das war interessant! Wir alle brauchen also Menschen, die uns ermutigen, und sollen selbst Ermutiger sein! 

Wer allerdings Fehler macht, verliert. So ist das im Profisport. Man verliert auch alles Ansehen und allen Wert. Das gilt auch für diejenigen, die verletzt oder krank sind. Man wird ausgemustert und ist wieder ein Nichts. So ist es eine verrückte Achterbahnfahrt der Gefühle, mal wird man mega gefeiert, dann wieder ausgebuht und fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. Auch für Manuel Bühler ist eine Welt zusammengebrochen, als er erkannte, dass sein Körper nicht mehr länger mitmacht. Er erzählte, wie er andere christliche Profisportler und Ermutiger traf, die in ihrem Glauben an Jesus Christus einen Anker gefunden hatten, der ihnen Ruhe gab in diesem verrückten Auf und Ab. Er erzählte von Menschen, mit denen er echten Deep-Talk hatte über Gott, Jesus Christus und Gottes bedingungslose Liebe. Und dass er erlebte, dass Gott ihm echte Wertschätzung und Würde zusprach, unabhängig von seiner Leistung. Mit dieser Gewissheit war es ihm möglich, auch Niederlagen und Schicksalsschläge zu verkraften.

Trotz Hitze im Oberstufenraum hörten die meisten Schüler konzentriert zu, wurden immer wieder gekonnt einbezogen und mit Süßigkeiten und lustigen Sprüchen belohnt. Am Schluss gab es noch ein persönliches Autogramm für jeden, der wollte. Einige Schüler betonten, dass diese Relidoppelstunde eine der besten im Schuljahr war.

Sd